Ski Kanada Schweiz

Das große Ski- & Snowboard-Magazin für Kanada-Fans
Volltextsuche
Was suchen Sie?

CMH Cariboos-Manager John Mellis über Heliskiing: „Berg-Abenteuer garantiert.“

Text: Andreas Hottenrott

„Viele wunderschöne Plätze sind eben schwer zu erreichen“, sagt John Mellis. Auf die CMH Cariboos Lodge trifft das ohne Zweifel zu. Im zweiten Teil des Interviews erzählt der CMH Area Manager, was Gäste in die Fly-in-Lodge mitbringen sollten, was sie vor Ort erwartet und in welcher Disziplin er bisher ungeschlagen ist.

Teil 2 des Exklusiv-Interviews mit CMH Manager und Guide John Mellis

John, wir haben jetzt April und fliegen zu Gletschern mit wundervollem Powder. Sind die Bedingungen um diese Jahreszeit immer so perfekt wie im Moment?

Wir haben um diese Zeit oftmals noch viel Schnee in den Bergen und könnten eigentlich bis in den Mai hinein Skifahren. Im Frühling treffen hier warme und kalte Luft aufeinander. Es kann vorkommen, dass auf einer Seite des Tals die Sonne scheint und es auf der anderen Seite schneit wie verrückt. Durch das Zusammenspiel von Wärme und Kälte bindet der Schnee ziemlich gut, so dass die Schneedecke stabil und das Lawinenrisiko gering bleibt. Natürlich kann es vorkommen, dass wir nicht fliegen können, weil die Sicht es nicht zulässt. Das Risiko besteht nun mal, sowohl früh als auch spät in der Saison. Ende Dezember müssen wir hoffen, dass der Winter rechtzeitig kommt, und im April, dass er noch ein wenig bleibt.

Ideale Heliskiing-Zeit in Kanada? „Im Winter!“

Gibt es überhaupt eine ideale Zeit für Heliskiing?

Im April: perfekte Bedingungen in den Cariboos.

Wenn mich Leute fragen, in welcher Woche sie kommen sollen, sage ich meistens: im Winter. Eine Garantie für gute Bedingungen gibt es nicht. Im Februar stehen die Chancen natürlich nicht schlecht, dass wir genug Schnee haben. In März und April haben wir dann schon wieder den Übergang von einer Jahreszeit in die andere. So ist es aber auch mit anderen Reisen, ob man zum Heliskiing geht oder einen Surftrip plant, letztlich ist man auf das Wohlwollen von Mutter Natur angewiesen. Was wir garantieren können, ist ein Berg-Abenteuer.

Dafür sorgt allein schon die Lage der Lodge, ziemlich abgeschieden und versteckt im Wald.  

Viele wunderschöne Plätze sind eben schwer zu erreichen. Wäre das nicht so, wären sie total überlaufen. In die Cariboos zu kommen, ist schon für sich alleine eine kleine Herausforderung.

Trotzdem gibt es sehr viele Annehmlichkeiten vor Ort. Was bietet Ihr Euren Gästen alles?

Der größte Luxus in der CMH Cariboos Lodge ist vielleicht die gute Internetverbindung. Durch Valemount verläuft ein Breitbandkabel bis nach Alaska, das können wir für uns nutzen. Doch während sich die Leute früher hin und wieder beschwert haben, wenn es keinen funktionierenden Zugang gab, stelle ich heute fest, dass viele Gäste einfach abschalten wollen und zum Beispiel gar keine E-Mails checken. Ihnen geht es um die Entspannung. Wir bieten Massagen an, wir haben eine Sauna, ein Dampfbad, einen Whirlpool und sogar einen Fitnessraum mit Kletterwand.

Das Wichtigste in der Fly-in-Lodge

Für diejenigen, die noch nie in einer Fly-in-Lodge waren: Woran sollte man beim Koffer packen auf jeden Fall denken? Man kann ja nicht mal eben zum Einkaufen fahren, wenn man etwas vergisst.

CMH bietet top Leihski für Powderdays!

Auf jeden Fall an die eigenen Skischuhe, denn wie heißt es so schön? Happy feet, happy trip! Alles andere an Skiausrüstung kann man in unserem Shop bekommen. Für die Sauna stellen wir Bademäntel zur Verfügung und in unserer Wäscherei kann man sogar Kleidung waschen und trocknen lassen. Eigentlich kommt man bei uns mit relativ wenig Gepäck aus – uns ist es sogar lieber, wenn die Gäste nicht allzu viel mitbringen, denn wir müssen alles hoch- und wieder herunterfliegen. Dann wird irgendwann das Gewicht ein Thema.

Erinnerst Du Dich an etwas total Ausgefallenes, das ein Gast mitgebracht hat?

Wir hatten schon Leute bei uns, die ihre Bergsteigerausrüstung mitgebracht haben, mit Eispickel und Schrauben und allem. Aber die meisten informieren sich vorher gründlich, bevor sie zu uns kommen, und wissen dann auch, was sie brauchen.

Ausgefallen ist aber definitiv Euer Weckdienst. Jeden Morgen geht jemand mit einer Glocke durch die Flure. Gibt es eine Geschichte dahinter?

Nein, das ist nur eine schöne Art, jemanden zu wecken. Die erste Glocke um sieben Uhr morgens kündigt einen Stretching-Kurs mit unserem Masseur an, bei dem unsere Gäste schon mal ihre Muskeln lockern können. Die zweite Glocke läutet um acht Uhr zum Frühstück. In dieser Lodge finden sich viele Schweizer Einflüsse wieder, mein Vorgänger als Manager war Schweizer und die Holzschnitzereien an den Wänden wurden von einem Schweizer gemacht. Da passt die Glocke einfach rein.

Gruppenführung durch Jodeln

Auch Dein Jodeln? Du gibst uns ja öfter eine Kostprobe, wenn Du zum Beispiel beim Essen um Aufmerksamkeit bittest.

Ich spiele Gitarre und singe, da ist Jodeln ein super Stimmentraining. Wenn wir im Winter beim Tree Skiing sind, nutzen viele Guides eine Pfeife, um ihre Gruppe zusammenzuhalten. Mir verursacht das aber Kopfschmerzen. Also bleibe ich auch da beim Jodeln.

Haben Dich Gäste aus Europa schon mal in einem Jodel-Wettstreit besiegt?

Hm, sagen wir eher herausgefordert.

Kommen eigentlich viele Gäste wieder, nachdem sie einmal in der Cariboos Lodge waren?

Natürlich. Die Cariboos sind einfach einzigartig. Sie gehören zu diesen speziellen Orten, deren Magie man sich kaum entziehen kann, sobald man sie einmal gespürt hat.

In der Nähe